Auslaufmodell Heizungskeller: Neue Freiräume in der Bauplanung

Ein Grund, warum die Umrüstung auf moderne Energiekonzepte hierzulande nur schleppend vorangeht, sind räumliche und bauliche Begrenzungen der Bestandsbauten. In vielen Fällen sind die vorhandenen Heizräume einfach nicht für eine Umrüstung geeignet, zu klein oder baulich ungünstig positioniert. Diese sogenannten Einbringungshürden sind für Eigentümer kostentreibend und machen dem SHK Handwerk das Leben schwer. Im Sanierungsfall führt das häufig dazu, dass nicht die bestmögliche, umweltschonende Option realisiert wird.

Heizkurier bietet eine elegante und flexible Lösung für dieses Problem. Gewissermaßen abgeleitet aus dem Konzept mobiler Heizungsanlagen, haben unsere Techniker mobile Energieraum-Sonderbauten entwickelt. Dazu werden individuell, nach den Erfordernissen des jeweiligen Objektes konzipierte moderne mobile Heizanlagen in See- oder Stahlbeton-Container betriebsfertig vorinstalliert und objektnah aufgestellt.

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und reichen von Lösungen für Wohnanlagen über Fertighallen-Systeme und den industriellen Schlüsselfertig-Bau bis zum Einsatz bei Gebäudesanierungen oder als Redundanz für Fernwärmeleitungen von Energieversorgern. Sinnvoll sind mobile oder containergebundene Heizräume dann, wenn wenig Zeit zur Ausführung vor Ort vorhanden ist, keine ausreichenden Räumlichkeiten zur Verfügung stehen oder Räume anderweitig genutzt werden sollen. Wie bei einer mobilen Heizzentrale als Mietheizung eröffnen Ihnen Sonderbauten vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und steigern die Flexibilität.

Mobile Heizzentrale in Stahlbetonbauweise - Beispiel - Umrüstung Mehrfamilienhaus in Duisburg

Ein Beispiel ist die Umrüstung eines Mehrfamilienhauses in Duisburg - mit 98 Wohneinheiten und einer Gesamtfläche von 5.911 Quadratmetern. Hier wurde bereits vor einiger Zeit von Nachtspeicherheizung auf moderne Heiztechnik umgestellt. Für einen herkömmlichen Ansatz mit einer internen Heizzentrale fehlten geeignete Kellerräume. Zudem gab es keinen Abgasschacht im Gebäude. Daher entschied man sich für einen externen Energieraum aus Stahlbeton, der in die Grünfläche integriert wurde. Verbaut wurden dazu zwei Gas-Brennwert-Kessel à 240 kW, die in Kaskade geschaltet, einen zuverlässigen Betrieb garantieren.

Mobiler Heizraum - Beispiel - Moderne Heiztechnik für Schlossanlage trotz Denkmalschutz
Bei Sanierungen setzen die bestehenden Baustrukturen häufig enge Grenzen. Abgesehen von Auswahl und Konzeption der effizientesten Technik, besteht die Herausforderung für Heizungsbauer regelmäßig darin, den Planungsprozess frühzeitig mit Spezialwissen zu begleiten. Ein mobiler Heizraum kann Abhilfe schaffen.

Gelungen ist dies beispielhaft bei der Sanierung der Schlossanlage Frankenberg in Weigenheim zwischen Würzburg und Nürnberg im südlichen Steigerwald. Die 1520 im Renaissancestil umgebaute Schlossanlage aus dem Jahre 1250 wurde von der Münchner Livia Group für 10 Millionen Euro saniert. Raumprobleme und Anforderungen des Denkmalschutzes schlossen herkömmliche interne Heizraumkonzepte aus. Der objektspezifische dezentrale Ansatz von Heizkurier konnte Planer und Bauherrn schnell überzeugen. Realisiert wurde schließlich eine komplette Lösung für die gesamte Schlossanlage inklusive Nebengebäude ohne dabei in die Substanz des Gebäudes eingreifen zu müssen.


Das Besondere an dem realisierten Konzept ist die Integration des Heizraumes in einen Hang südlich unterhalb des Schlosses. Der Höhenunterschied zum Schloss beträgt ca. 30 Meter. Verbaut wurden zwei Stahlbetoncontainer mit einer Grundfläche von je 7 x 2,70 Meter, die sich nahezu unsichtbar in das Gelände einfügen. An der Vorderfront der Heiz-räume läuft der Hang fast auf null aus und ermöglicht einen freien Zugang. Verbunden sind die Stahlbetoncontainer mit einem Durchgang.

Energieräume werden komplett - parallel zum Bauprozess - in unserem Werk in Wachtberg installiert und nach einer Endkontrolle gereinigt zum Kunden geliefert. Die Anlieferung erfolgt "just-in-time", so dass der Heizraum innerhalb von einem Tag einsatzbereit ist. Für die Aufstellung wird in der Regel nur ein Streifenfundament benötigt. Die Anbindung im Schloss Frankenheim wurde durch ein vom Bauherrn beauftragtes Unternehmen vor Ort vorgenommen. Ein Versorgungsheizöltank mit 60.000 L Fassungsvermögen ist in einiger Entfernung zum Heizraum unterirdisch eingelagert.

Für die Hauptlast wurde eine Vitoplex 300 Anlage von Viessmann mit 780 kW Leistung und ein Weißhaupt Ölbrenner WM-L 10/4-A gewählt. Parallel wurde für den reduzierten Sommerbetrieb eine Vitoradial 300 Brennwertanlage mit 157 kW und ein Weißhaupt Ölbrenner WL 20/2-C ein-gebaut. Die Anschlüsse wurden in drei Heizgruppen (für Vorburg, Schloss und Meierei) organisiert, so dass jede Gruppe getrennt und für sich geregelt werden kann. Die Heizkreisregelung erfolgt witterungsgeführt. Der Höhenunterschied machte Hocheffizienzpumpen erforderlich. Hier kommen drei Stratos-Pumpen von Wilo zum Einsatz. Die Anbindeleitungen wurden in DN 80 bzw. DN 50 ausgeführt.

Unsere dezentralen Energieräume entsprechen ab Werk der Heizungsanlagen- und der Energieeinsparverordnung sowie den Brandschutzauflagen. Damit entfallen diverse Arbeiten und Nebenleistungen, wie Auslösungen und Regiekosten am Standort. Die Sanierung des jeweiligen Objektes wird damit vereinfacht und beschleunigt.

Die Abgasanlage kann direkt am Energieraum oder alternativ je nach Anwendungsfall am Haupt- oder Nebengebäude installiert werden und muss nicht ins Gebäude geführt werden. Bei geänderten Anforderungen kann der Energieraum ganz einfach erweitert, versetzt oder ggf. auch ohne Eingriffe ins Gebäude ausgetauscht werden. Durch diese Flexibilität wird das Heizraumkonzept auch für Industriebauten interessant. Die Wartung des externen Energieraumes ist zudem ohne Zutritt zum Gebäude möglich.

Besonders zweckmäßig sind dezentrale Heizräume ab einer Nennleistung von insgesamt mehr als 100 kW, aufgrund der ab dieser Nennleistung zunehmenden Anforderungen der Feuerungsverordnung (FeuVO) an Heizräume. So dürfen Räume mit Feuerungsanlagen dieser Leistungsklasse nicht anderweitig genutzt werden (ausgenommen zur Aufstellung von Wärmepumpen, Blockheizkraftwerken und ortsfesten Verbrennungsmotoren sowie für zugehörige Installationen und zur Lagerung von Brennstoffen). Zudem dürfen keine Öffnungen gegenüber anderen Räumen bestehen (ausgenommen Öffnungen für Türen). Die Räume müssen dicht- und selbstschließende Türen haben und gelüftet werden können.
Im Wohnungsbau eignet sich die Technik beispielsweise für Projekte ab etwa fünf Mehrfamilienhäusern oder Siedlungen ab ca. 40 Einfamilienhäusern. Nach oben ist die Leistung für dezentrale Heizräume nicht begrenzt, wenn überhaupt dann durch die Aufstellfläche. Die bisher größte Anlage hatte eine Kapazität von 5 MW.

Modernste mobile Heiztechnik ohne Begrenzungen
Gerade bei der Umrüstung auf moderne Energiekonzepte bieten sich Vorteile durch dezentrale Energieräume aufgrund der hohen Ausstattungs-Flexibilität. Grundsätzlich spielt es keine Rolle welche Technik zum Einsatz kommt. Als häufigste Anlagenkonzeption wird ein BHKW für die Grundlast verwendet und ein Heizkessel für die Spitzenlast. Auch regenerative Energiekonzepte, Wärmepumpen, Pellet-Anlagen oder Photovoltaik-Anlagen können integriert werden.

Mobile Energieraum-Sonderbauten können problemlos erweitert bzw. ohne großen Aufwand komplett ausgetauscht werden, indem einfach ein neuer Container mit der gewünschten Technik aufgestellt wird. Gerade für Energieversorger bieten sich die mobilen Energiezentralen daher hervorragend als Redundanzen im Fall von Wartungsarbeiten oder für Notfälle in Nah- und Fernwärmenetzen an. Für einen Energieversorger aus der Schweiz wurde kürzlich eine ÖL-betriebene 1.100 kW LowNOx Energiezentrale gemäß Emissionsklasse 3 mit der entsprechenden Länderkonfiguration konzipiert, gebaut und ausgeliefert. Die mobile Heizzentrale steht nun für Redundanzen und Revisionen im Versorgungsnetz zur Verfügung und kann fallweise per LKW zum jeweils gewünschten Einsatzort transportiert werden. Aufgrund der Stickoxid-Grenzwerte für Heizungsanlagen in der Schweiz wurde dazu eine Heizkessel-Brennerkombination mit hohen Brennwerten individuell zusammengestellt. Damit die Werte eingehalten werden, war es wichtig, die im Kessel vorliegenden Feuerungsraum-Widerstände mit zu berücksichtigen. Für das optimale Ergebnis pflegen wir einen direkten Austausch mit den technischen Unterstützern der einzelnen Hersteller bereits in der Planungsphase.

Herausforderung: Planungsphase
Der Einsatz von Energieraum Sonderbauten stellt insbesondere Projektplaner noch häufig vor konzeptionelle und fachliche Herausforderungen. Hilfreich ist dabei ein Partner, der, so wie unser Sonderbau-Team, sämtliche Facetten des Projektes bereits in der Konzeptionsphase im Blick hat. Der also nicht nur die gesamte Bandbreite der modernen Heiztechnik beherrscht, sondern sich z.B. auch um die projektspezifischen Anforderungen z.B. an einen eventuell erforderlichen Kamin kümmert und diese entsprechend in Planung und Kalkulation berücksichtigt.

Einbindung in Gebäudeleittechnik
Mit der neuen digitalen Online-Regelung ermöglicht Heizkurier seit kurzem zudem eine komfortable Fernsteuerung und Fernüberwachung. Damit können die Betriebsdaten der eingesetzten Anlagen ortsunabhängig und in Echtzeit jederzeit am PC, Tablet oder Smartphone ablesen und deren Leistungen aktiv ferngesteuert reguliert werden. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Systemen am Markt, die lediglich eine passive Beobachtung der Anlagen zulassen. Gerade für Energieversorger, die dezentrale Energieräume und die Versorgungssicherheit gewährleisten und überwachen müssen, ermöglicht diese neue Technologie drastische Einsparungen an Zeit- und Fahrtaufwand. Auch in puncto Nachhaltigkeit und CO2 Bilanz ist die digitale Steuerung damit ein echter Fortschritt. So entfallen nicht nur unnötige Fahrten, die Anlage kann auch aus der Ferne optimal an die Erfordernisse angepasst und zum Beispiel auf eine niedrigere Temperatur heruntergefahren werden, wenn keine Wärme erforderlich ist. Somit sind Energieeinsparungen ohne Zeit- und Fahrtaufwand möglich, was zusätzlich zu einer geringeren Umweltbelastung führt.

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